- By Sarah
Jahresrückblick 2025 - 2025 in review

*** please scroll down for the English version of the text***
Ein Jahr ist zu Ende, ein neues beginnt.
Wer mich kennt, weiß: Der Jahreswechsel ist für mich immer ein Zeitpunkt zum Reflektieren. Über Vergangenes. Und über das, was kommen darf.
In der Black Forest Lodge war 2025 viel los. Auffällig viele Gruppen haben sich wie ein roter Faden von Januar bis Dezember durchgezogen. Das ist interessant, denn in den Jahren zuvor waren es kaum Gruppen. Dieses Jahr war alles dabei: Familien- und Freundestreffen, Hochzeitsgesellschaften, Kräuterwochenenden, Schreibretreats.
Für mich war das gar nicht so schlecht – ich konnte gut planen.
Anders als in den Jahren zuvor habe ich dieses Jahr alles alleine gemacht. Ja, auch die Zimmer geputzt. Mit der richtigen Einstellung fiel mir das erstaunlich leicht (Zimmer putzen ist schließlich auch Sport ?) und gerne darf das so weitergehen.
Im Herbst wurde es für uns als Familie dann spürbar leichter, als das Kind in den Kindergarten kam.
Ein ganz besonderes Highlight in diesem Jahr war, dass meine eigene Geschichte als Buch erschienen ist – mit dem schönen Titel »750 Meter Glück«. Die Premierenlesung in meiner Heimat Überlingen und eine Lesung draußen in der Natur in Igelsberg waren für mich sehr bewegend. Dass jeweils mehr als 70 Menschen zur Premierenlesung in meiner Heimat Überlingen und nach Igelsberg gekommen sind, ist alles andere als selbstverständlich und erfüllt mich mit großer Dankbarkeit.
Ich habe viel schönes Feedback von Lesern bekommen – und langsam kommen sogar Gäste, die mein Buch gelesen haben und mich darüber gefunden haben. Auch mein zweiter Krimi »Letzte Chance Baden-Baden« ist 2025 erschienen. Schreiben macht mir nach wie vor großen Spaß. In meinem Alltag ist es ein wertvolles Gegengewicht zu Familie und Lodge: eine ruhige, einsame Tätigkeit, die mir guttut.
Oft wurde ich gefragt, ob 2025 wegen der Landesgartenschau mehr los war als sonst. Die Antwort lautet: nein. Zwar haben sich erstaunlich viele Gäste auch deshalb bei mir einquartiert – aber im Sommer war es hier eigentlich jedes Jahr voll.
2015 habe ich mein Haus in Igelsberg gekauft. Ich lebe nun seit über zehn Jahren hier. Ein Meilenstein.
Und dann diese Erkenntnis: Ich führe die Lodge seit über acht Jahren. In eineinhalb Jahren steht tatsächlich das zehnjährige Jubiläum an. Wahnsinn.
Seit dem Studium habe ich es nie so lange an einem Ort oder in einem »Job« ausgehalten. Es macht mich ein wenig stolz, dass es die Lodge schon so lange gibt. Und dass es in all den Jahren nie den Punkt gab, an dem keine Gäste kamen. Es war immer genug los. Es läuft.
Besonders schön: Der Anteil an Stammgästen wächst stetig. Wenn aus Gästen Vertraute werden. Man sich wieder sieht. Sich über Jahre hinweg ein Stück Lebensweg begleitet. Dafür bin ich sehr dankbar.
Meine Lodge gibt mir nach wie vor sehr viel. Gastgeberin zu sein erfüllt mich. Ich hänge an diesem Ort. Und gerade im letzten Jahr ist mir noch bewusster geworden, wie besonders die Lodge als Plattform und Treffpunkt für Menschen ist.
Ich durfte diesen Ort schaffen. Und ich darf ihn gestalten – mit Hilfe vieler anderer Menschen. Lebendig wird er durch die Gäste.
Auch das Konzept der Black Forest Lodge wurde mir noch einmal sehr klar. Ich war zwei Tage in einem wirklich schönen Hotel in der Gegend zu Gast. Ein phänomenales Preis-Leistungs-Verhältnis, viel Angebot. Und trotzdem kam ich zurück und dachte: In meiner Lodge gibt es gemütliche Zimmer. Wasserkocher. Wärmflaschen. Und vor allem eines: Raum. Raum für das Eigene. Keine tausend Angebote. Nichts Überflüssiges. Kein Gefühl, etwas „nutzen zu müssen“, weil man dafür bezahlt hat. Die Lodge ist ein Gegengewicht zu einer reizüberfluteten, schwankenden Welt. Ein Ort zum Runterkommen. Zum Lesen. Zum Schreiben. Oder einfach zum Nichts-Tun. Und natürlich: um die Natur zu genießen.
Ich war immer ehrlich – und bin es auch jetzt. Mit dem anstehenden zehnjährigen Jubiläum merke ich, dass ich noch einmal bewusster hinschaue. Auf das, was war. Und auf das, was Kraft kostet. Die Lodge hat mir all die Jahre sehr viel gegeben – und sie fordert auch. Gastgeberin zu sein ist erfüllend, aber nicht leicht. Gerade in den letzten Jahren habe ich gespürt, wie viel Energie darin steckt, diesen Ort lebendig zu halten.
Deshalb darf das kommende Jahr eines sein, in dem ich weitergehe, aber achtsamer. Eines, in dem ich nicht alles entscheiden muss, in dem nicht immer mehr oder Neues passieren muss, sondern in dem ich die Dinge noch mehr dann genießen kann, wenn sie geschehen. In dem ich mich auf bekannte und neue Gäste freue. Und schaue, was sich zeigt.
Ein riesiges Dankeschön an all meine lieben Gäste und Stammgäste. Ich denke an so viele wundervolle Begegnungen, Gespräche und Lodge-Dinner zurück.
Jedem, der diese Zeilen gelesen hat, wünsche ich für 2026 nur das Beste: Dankbarkeit, Glück im Kleinen und im Nahen und den Blick dafür, all das zu sehen. (Jetzt habe ich meine Haltung zum neuen Jahr verraten ?)
A year comes to an end, a new one begins.
Anyone who knows me knows that the turn of the year has always been a time for reflection for me. On what has passed. And on what may lie ahead.
There was a lot going on at the Black Forest Lodge in 2025. A striking number of groups ran like a common thread from January through December. That’s interesting, because in previous years there were hardly any groups at all. This year, everything was represented: family and friends’ gatherings, wedding parties, a wild herb weekend, a writing retreat. For me, that wasn’t such a bad thing – it made planning much easier.
Unlike previous years, I did everything on my own this year. Yes, including cleaning the rooms. With the right mindset, it was surprisingly easy for me (after all, cleaning rooms is also exercise ?), and I’m happy for that to continue.
In autumn, things became noticeably easier for us as a family when our child started kindergarten.
A very special highlight this year was the publication of my own story as a book, with the beautiful title „750 Meter Glück«. The premiere reading in my hometown of Überlingen and an outdoor reading in nature in Igelsberg were deeply moving experiences for me. The fact that more than 70 people attended both readings is anything but a given, and it fills me with gratitude.
I received a lot of wonderful feedback from readers – and slowly, guests are even starting to arrive who have read my book and found me through it. My second crime novel, »Letzte Chance Baden-Baden«, was also published in 2025. Writing continues to give me great joy. In my everyday life, it is a valuable counterbalance to family and lodge life: a quiet, solitary activity that does me good.
I was often asked whether there was more going on in 2025 because of the »Landesgartenschau«. The answer is: no. While surprisingly many guests did stay with me for that reason, summers here have always been busy.
I bought my house in Igelsberg in 2015. I have now been living here for over ten years. A milestone. And then this realization: I’ve been running the lodge for over eight years. In a year and a half, we’ll actually be celebrating the ten-year anniversary. Incredible.
Since my studies, I’ve never stayed in one place or in one »job« for this long. It makes me a little proud that the lodge has existed for so long – and that in all these years there was never a point when no guests came. There was always enough going on. It works.
Especially beautiful: the proportion of returning guests continues to grow steadily. When guests become familiar faces. When you see each other again. When you accompany a small part of each other’s life journeys over the years. I am very grateful for that.
My lodge continues to give me so much. Being a host fulfills me. I am deeply attached to this place. And especially over the past year, I’ve become even more aware of how special the lodge is as a platform and meeting place for people.
I was able to create this place. And I am allowed to shape it – with the help of many other people. It comes alive through the guests.
The concept of the Black Forest Lodge also became very clear to me once again. I spent two days as a guest in a truly beautiful hotel in the area. A phenomenal value for money, lots on offer. And yet I returned and thought: in my lodge, there are cozy rooms. Kettles. Hot water bottles. And above all, one thing: space. Space for what is your own. No endless offers. Nothing superfluous. No feeling that you “have to use” something just because you paid for it. The lodge is a counterbalance to an overstimulated, unstable world. A place to slow down. To read. To write. Or simply to do nothing. And of course, to enjoy nature.
I have always been honest – and I am being honest now. With the upcoming ten-year anniversary, I notice that I am looking even more consciously at what has been, and at what takes energy. The lodge has given me so much over the years – and it also demands a lot. Being a host is fulfilling, but not easy. Especially in recent years, I’ve felt how much energy it takes to keep this place alive.
That’s why the coming year may be one in which I continue forward, but more mindfully. One in which I don’t have to decide everything, in which not everything always has to grow or be new, but in which I can enjoy things even more as they happen. A year in which I look forward to familiar and new guests alike. And see what unfolds.
A huge thank you to all my dear guests and returning guests. I think back on so many wonderful encounters, conversations, and lodge dinners.
To everyone who has read these lines, I wish nothing but the best for 2026: gratitude, happiness in the small and close-at-hand things, and the ability to truly see them.
(I guess I’ve just revealed my outlook for the new year ?)