- By Sarah
Pilgern im Schwarzwald
Ich war wieder für einen Tag Pilgerin und bin auf dem Jakobsweg von Horb nach Lossburg gewandert!
*** please scroll down for the English version of the text***

Vor vielen Jahren (2015, unmittelbar bevor ich mir mein Haus im Schwarzwald gekauft habe) war ich für zwei Monate auf dem Jakobsweg pilgern – durch Frankreich und Spanien. Es war eine prägende und für mich persönlich sehr bereichernde Zeit. 2016 habe ich z. B. hier auf dem Blog der Black Forest Lodge (der damals noch nicht so hieß) einen Artikel über diese Zeit und die Suche nach der Wahrheit verfasst. In meinem autobiografischen Buch »750 Meter Glück« nimmt die Pilgerreise auf dem Jakobsweg ebenfalls einige Kapitel ein. Letzte Woche habe ich zum ersten Mal bei einer Lesung über eine Begegnung auf dem Camino de Santiago gelesen.
Immer wieder denke ich gerne an diese Zeit als Pilgerin zurück. Und ich glaube, ich bin für immer ein bisschen Pilgerin geblieben.
Dieses Frühjahr waren wir als Familie beim Horber Frühling, einer Art Frühlingsfest. Dort gab es einen Stand der Jakobus-Gesellschaft … und ich habe einen Flyer mit Pilgerwegen in der Region mitgenommen. Es gibt in ganz Deutschland ein tolles Netz an Jakobs- und Pilgerwegen, nicht nur »den« Jakobsweg, also den »Camino Francés« von St.-Jean-Pied-de-Port nach Santiago de Compostela. So kam mir die Idee, dass ich doch einmal als Tagesetappe auf dem Jakobsweg von Horb nach Loßburg wandern könnte. Wenigstens für einen Tag Pilgerin sein. Gesagt, getan! Letzten Sonntag war es soweit.
Um 10 Uhr bin ich durch die noch ruhige Horber Innenstadt gelaufen, dann weiter über Ihlingen, Dettingen, Priorberg, Kaltenhof, Leinstetten, Wittendorf und Loßburg.
Die Strecke war länger als ursprünglich gedacht: 24,5 km standen auf den Schildern – plus ein, zwei Mal verlaufen und ein paar zusätzliche Höhenmeter. Es war eine echte Herausforderung.
Aber umso stolzer war ich am Schluss, als ich in Loßburg im Café saß. An seine Grenzen zu gehen ist einfach eine tolle Erfahrung. Ich musste dabei an meine Zeit als Läuferin bei Wettkämpfen denken.
Und zur Strecke: Der Weg hat für mich nach wie vor etwas Magisches.
Der Abschnitt von Horb nach Loßburg führt in den Kinzigtäler Jakobusweg über, der dann weiter über Alpirsbach nach Kehl führt. Die Strecke ist stellenweise gut beschildert. Man merkt jedoch, dass dort keine Pilgermassen unterwegs sind – der Weg ist an manchen Stellen etwas zugewachsen. Und auch an zwei bis drei Stellen war die Beschilderung wirklich nicht eindeutig (ich bin ja manchmal etwas verpeilt, aber da lag es nicht an mir). Und ja, ich lasse mich einfach nicht so gern vom Handy navigieren. Deshalb habe ich ein paar Umwege in Kauf genommen. Ein bisschen Abenteuer ist eben auch immer spannend – und wenn man dann gut ankommt, ist alles vergessen.
Ich wurde zum Glück in Horb abgesetzt und in Loßburg wieder abgeholt.
Fazit: Für einen Tag Pilgerin zu sein, hat mir gezeigt, dass es gar nicht die große Reise nach Santiago de Compostela braucht. Auch vor der eigenen Haustür kann man auf einem Jakobsweg unterwegs sein, Schritt für Schritt zur Ruhe kommen und den Alltag hinter sich lassen. Die Etappe von Horb nach Loßburg ist zwar kein klassischer Premium-Wanderweg, dafür aber ein Weg mit Geschichte, kleinen Herausforderungen und vielen stillen Momenten in der Natur. Für mich war es ein Tag, der noch lange nachwirkt.
Die Strecke von Horb nach Loßburg war teilweise wundervoll durch den Wald, begleitet von Vogelgezwitscher und Holunderbüschen. Aber natürlich führt der Weg auch teilweise über kleine Straßen, durch Ortschaften und vorbei an Kirchen. Es ist eben kein Premium-Wanderweg – dafür aber ein Pilgerweg.
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Many years ago (in 2015, shortly before I bought my house in the Black Forest), I spent two months walking the Camino de Santiago – through France and Spain. It was a formative and personally very enriching time for me. In 2016, I wrote an article about this period here on the Black Forest Lodge blog (which did not yet have that name at the time). In my autobiographical book »750 Meter Glück«, the pilgrimage on the Camino also takes up several chapters. Last week, I spoke for the first time at a reading about an encounter on the Camino de Santiago.
I often think back fondly to my time as a pilgrim. And I believe that, in a way, I will always remain a pilgrim at heart.
This spring, our family visited the »Horber Frühling«, a kind of spring festival. There was a booth run by the »Jakobusgesellschaft« and I picked up a flyer with pilgrimage routes in the region. There is a wonderful network of Jakobswege and pilgrimage paths all across Germany—not only »the« Camino, meaning the Camino Francés from St.-Jean-Pied-de-Port to Santiago de Compostela. That’s when I got the idea that I could walk a day stage of the Camino from Horb to Loßburg. At least for one day, be a pilgrim again. Said and done! Last Sunday it was time.
At 10 a.m. I set off through the still quiet town center of Horb, then continued via Ihlingen, Dettingen, Priorberg, Kaltenhof, Leinstetten, Wittendorf, and finally Loßburg.
The route was longer than expected: 24.5 km were marked on the signs – plus getting slightly lost once or twice and a few extra meters of elevation gain. It was a real challenge.
But I felt especially proud at the end, sitting in a café in Loßburg. Pushing your limits is simply a wonderful experience. It reminded me of my time as a runner in competitions.
And the route itself? The path still feels magical to me.
The section from Horb to Loßburg merges into the Kinzigtäler Jakobusweg, which continues via Alpirsbach to Kehl. The trail is partly well signposted, but you can tell that not many pilgrims pass through here – in some places, the path is a little overgrown. And at two or three points, the signage was really not clear (I can be a bit absent-minded at times, but this wasn’t on me). And yes, I don’t really like relying on navigation apps on my phone, so I accepted a few detours. A little adventure is always exciting – and once you arrive safely, everything is quickly forgotten.
Fortunately, I was dropped off in Horb and picked up again in Loßburg.
Conclusion: Being a pilgrim for a day showed me that you don’t need the long journey to Santiago de Compostela. Even right on your doorstep, you can walk a Camino, find calm step by step, and leave everyday life behind. The stage from Horb to Loßburg is not a classic premium hiking trail, but it is a path full of history, small challenges, and many quiet moments in nature. For me, it was a day that continues to resonate.
The route from Horb to Loßburg was at times beautifully peaceful through the forest, accompanied by birdsong and elder bushes. Of course, parts of the trail also lead along small roads, through villages, and past churches. It is not a premium hiking trail – but it is a pilgrimage route.









